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Corona-Virus – ist Ihre Unternehmensform noch Steuer-resistent?

Aktualisiert: Apr 8



Aus aktuellem Anlass habe ich mir für Sie diesen besonderen Steuertipp überlegt:

Möglicherweise sind Sie in einer Branche tätig, in der die Auswirkung des Corona Virus besonders stark zu spüren waren oder sind und die Geschäfte und Umsätze in den letzten Wochen sprunghaft eingebrochen sind und diese (hoffentlich nicht) noch einige Zeit weiter stark reduziert sein werden.

Dann nämlich sollten Sie von mir Ihre Unternehmensform genau darauf überprüfen lassen, ob diese aus steuerlicher Sicht noch effizient ist!

Was meine ich damit?


  • Sie haben Verluste im laufenden Jahr und noch hohe Gewinne im Vorjahr.

  • Sie haften mit dem Privatvermögen für die Schulden Ihres Unternehmens.

  • Sie haben Liquiditätsengpässe aufgrund Geschäfts- und Umsatzrückgängen.

Das alles sind Situationen, in denen Sie prüfen lassen sollten, ob Ihre bestehende Unternehmensstruktur noch die passende ist. Dabei kommen oftmals enorme Steuerreduktions-Effekte und Gestaltungsmöglichkeiten zum Vorschein!


Ich möchte Ihnen ein Beispiel aus meiner Beratungspraxis geben:

Eine Klientin von mir – ein regional bekanntes Unternehmen – hat sich seit Ihrer Gründung vor einigen Jahren mittlerweile bestens etabliert. Das Jahr 2019 war gekennzeichnet hohen Gewinnen (rund EUR 400.000, --) und diese hohen Gewinne würden zu einer entsprechend hohen Steuerbelastung führen.

Im Zuge der Corona-Krise wurden viele Aufträge gecancelt und die Umsätze brachen ein.

Es ist vorauszusehen, dass das Geschäftsjahr 2020 maximal ein ausgeglichenes Ergebnis ausweisen wird. Folglich keine Einkommensteuern anfallen werden.



Ohne Maßnahmen wäre folgendes passiert:


  • Hohe Steuerzahlungen für das Jahr 2019

  • Keine Steuerzahlungen Jahr 2020




Welche Maßnahmen wurden umgesetzt?

1. Es wurde eine GmbH gegründet, wodurch die Steuerbelastung auf 25 % gesenkt wird. (Anmerkung: Die Gewinne sollen für geplante Groß-Investitionen in den nächsten Jahren im Betrieb belassen werden – folglich keine Gewinnausschüttungen.) Somit wird erreicht, dass die Steuerbelastung für künftige Perioden um bis zu 50 % gegenüber der vorherigen Unternehmensform reduziert wird.

2. Es wurde eine steuerliche rückwirkende Umgründung durchgeführt. Damit wurde erreicht, dass etwa die Hälfte des hohen Gewinnes aus 2019 mit den Verlusten des ersten Halbjahres 2020 (welche aufgrund der Corona Krise eintreten werden) saldiert werden und somit die Steuerbelastung für 2020 reduziert wird (was sich auch auf die Liquiditätsbelastung positiv auswirkt.)

3. Im Zuge der GmbH-Gründung wurde ein abweichendes Wirtschaftsjahr definiert. Damit wird erreicht, dass die verbleibenden Steuern aus 2019 für ein zusätzliches weiteres Jahr, das heißt bis 2022 gestundet werden könnten.

4. Für die Beantragung der Garantien und Überbrückungsfinanzierungen zum Corona-Hilfsfonds, (welche via aws-Fördermanager zu beantragen sind und die Hausbank die Beurteilung abgeben muss) wurden die erforderlichen Daten (Eigenmittelquote 8 %, Schuldentilgungsdauer) berechnet, eine Planungs- und Liquiditätsrechnung vorgenommen und – gemeinsam mit dem Klienten - mit dem Bankbetreuer Gespräche geführt.



Was wurde noch erreicht?

  • Durch die GmbH-Gründung wird auch die Beschränkung der Haftung für Unternehmensschulden erreicht, sodass das private Vermögen der Klientin nun nicht mehr für Schulden des Unternehmens herangezogen werden kann, somit finanzielle Sicherheit für die Geschäftsführer und Gesellschafter erreicht wurde.

  • Auch stehen nun weitere, steuerliche und renditebringende Möglichkeiten in der GmbH offen, wie zum Beispiel besondere Veranlagungsformen, welche zum Teil (leider derzeit nur) in der GmbH möglich sind.





Meine Empfehlung daher an Sie:

Lassen Sie Ihre Unternehmensform von mir überprüfen – es zahlt sich jedenfalls aus: Entweder Sie werden sehen, dass es eine Menge an neuer Möglichkeiten für Sie gibt, Steuern zu sparen oder Sie bekommen bestätigt, dass ihre Unternehmensstruktur noch immer die für Sie optimale ist.

Unabhängig von der Corona-Krise-Thematik, die ich Ihnen vorhin versucht habe zu beschreiben, sollten Sie ihre Unternehmensform immer überprüfen lassen, falls Sie eine der folgenden Fragen mit „JA“ beantworten können.

  • Haben Sie heuer oder in den nächsten Jahren Expansionspläne?

  • Werden in den nächsten Jahren größere Investitionen erforderlich?

  • Erfüllen Sie bereits die Voraussetzungen für eine vorzeitige Alterspension, führen aber Ihr Unternehmen nach wie vor aktiv weiter?

  • Haben Sie neben der betrieblichen Tätigkeit, welche Sie in Form einer GmbH organisiert haben, Gewinne aus anderen Einnahmequellen (Immobilien, Kapitalveranlagungen,…)?

  • Haben Sie hohe Bankverbindlichkeiten und möchten, dass Ihre Gewinne teilweise zur Kredittilgung verwendet werden?

  • Möchten Sie Ihren Familienbetrieb an Ihr Kind/Ihre Kinder übergeben, aber Ihre Kinder möchten keine persönliche Haftung übernehmen?

  • Wird Ihr Partner oder werden Ihre Kinder in der nächsten Zeit in Ihrem Unternehmen mitarbeiten?

  • Stehen Sie bereits relativ nahe an Ihrem Pensionsantritt und planen Ihren GmbH-Anteil zu verkaufen?

  • Haben Sie Betriebsgrundstücke und Gebäude in Ihrer Bilanz stehen, welche bereits ausfinanziert sind?

  • Haben Sie im abgelaufenen Jahr stark steigende oder fallende Umsätze und Gewinne zu verzeichnen?

  • Planen Sie, Ihre geschäftliche Aktivität zu reduzieren?

  • Haben Sie aktuell stark steigende oder fallende Gewinne zu verzeichnen?

Sehr gerne erreichen Sie mich von 8 – 18 Uhr unter 0680 / 22 36 550. Sollte ich gerade in Terminen sein – hinterlassen Sie mir bitte ihr Anliegen und ich werde mich ehestmöglich bei Ihnen melden. Wenn ich mir noch erlauben darf, eine Empfehlung zu geben: Besinnen Sie sich auf das, was sie auch sonst immer tuen: Unternehmer sein bedeutet, etwas zu unternehmen. Ich wünsche Ihnen persönlich und für Ihr Unternehmen alles Gute auch in dieser herausfordernden Zeit!


Mag. Thomas Brych


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Mag. Thomas Brych
Steuerberater und Unternehmensberater

© 2018-2020 Mag. Thomas Brych Steuerberatung und Unternehmensberatung

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